Conrad-von-Soest-Gymnasium


 

Convos aktuell

Gemeinsam für ein gesundes Ökosystem

Helfer bei der Arbeit im Boot.

Zustand vor den Arbeiten.

Zustand nach den Arbeiten.

Aufgebrochenes Schilfdickicht nach den Arbeiten.

Zustand nach den Arbeiten.

Schüler und Azubis säubern den Teich des LWL-Berufsbildungswerkes Soest

von JONAS POHLON und Sascha Erdelhoff

Soest; 06.11.2017: Gesunde Gewässer können zahlreichen Arten ein Zuhause bieten und sind darüber hinaus beliebte Aufenthaltsorte des Menschen. Doch besonders bei künstlich angelegten Gewässern ist eine sorgfältige und regelmäßige Pflege wichtig, damit ihr ökologisches Gleichgewicht erhalten bleibt.

Auch der Teich des LWL-Berufsbildungswerkes Soest am Hattroper Weg wurde mit der Zeit zum Lebensraum einer beindruckenden Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. So haben sich hier im Laufe der Jahre unterschiedliche Amphibien-, Insekten-, Vogel-, Säugetier- und Fischarten sowie verschiedene Pflanzenarten angesiedelt. Besonders erwähnenswert ist das hier lebende Eisvogelpärchen und das Nutria, besser bekannt als Biberratte. Auch mehrere Reiherarten haben den Teich in ihren Lebensraum integriert.

Doch nach und nach wurde die Teichoberfläche stark von übermäßig vielen Teichrosen und dem sogenannten Teichlebermoos befallen. Dieses organische Material zersetzt sich jedes Jahr aufs Neue am Grund des Gewässers. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt auf ein kritisches Niveau, zumal auch die vertikale Wasserbewegung sehr gering ist. Darüber hinaus entwickelten sich an einigen Stellen im Bodengrund Faulgase, wie Ammoniak und Methan, welche die Lebensbedingungen der hier lebenden Arten weiter verschlechtert haben. Solange der Teich offiziell die Funktion eines Löschteiches hatte, wurde er vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL gepflegt. Doch seit er diese Funktion nicht mehr hat, stehen dafür keine Mittel mehr zur Verfügung.

Der Schüler Jonas Pohlon, der Mitglied der Bio-AG des Conrad-von-Soest-Gymnasiums ist und den Teich seit mehreren Jahren beobachtet, machte sich zunehmend Sorgen um diese

Entwicklung. Dem naturwissenschaftlich engagierten Jugendlichen war bewusst, welche negativen Folgen derartige, sichtbare Veränderungen des Gewässers mit sich bringen können.

Er ergriff die Initiative und nahm Kontakt zum Leiter des Berufsbildungswerkes, Erwin Denninghaus, auf, um die Problematik und mögliche Gegenmaßnahmen darzustellen. Denninghaus ließ sich überzeugen und war bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Die Biologie-AG des ConvoS, in der Jonas selbst Mitglied ist, begann daraufhin, das Gewässer unter Leitung ihres Lehrers Ulrich Dellbrügger genauer zu untersuchen. Die Messergebnisse unterstrichen die Einschätzungen des Schülers.

Kurz darauf wurde ein Termin zur Säuberung des Teiches festgelegt und Jonas trommelte Freunde bzw. freiwillige Helfer zusammen. Das Berufsbildungswerk stellte eine Gruppe Azubis und ihren Ausbilder Michael Pieper zur Verfügung, um die Aktion zu unterstützen. Gemeinsam arbeitete das Team aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Soester Schulen und Auszubildenden des LWL-Berufsbildungswerkes an zwei Tagen in den Herbstferien täglich acht bis neun Stunden daran, den Teich vom Pflanzenbefall zu befreien. Dabei wurden sie von der Haustechnik des Berufsbildungswerkes unterstützt. Auszubildende des Fachbereiches Ernährung und Hauswirtschaft sorgten für die Verpflegung der freiwilligen Helfer.

Die Arbeit erwies sich als sehr anstrengend und zeitaufwendig. Dennoch blieben alle Teilnehmer bis zum Schluss motiviert dabei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Pflanzenteppich wurde weitestgehend entfernt, sodass eine Zirkulation des Wassers wieder stattfinden kann. Die chemisch-biologischen Auswirkungen der Aktion werden zukünftig weiterhin von der Bio- AG des ConvoS beobachtet und dokumentiert. Doch eines steht bereits jetzt schon fest: Nach harter Arbeit ist nun der Blick wieder frei auf ein wunderschönes Soester Gewässer mit einer beeindruckenden Artenvielfalt.

15.11.17



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