Conrad-von-Soest-Gymnasium


 

Convos aktuell

Auf Freshcut-Obst to go ist echt Leben!

Der Bio-Lk auf Täter- und Bakteriensuche

Am Morgen des 7. Februar 2018 traf sich der Biologie-Leistungskurs von Frau Roeckerath zu einem Schülerpraktikum an der Fachhochschule Soest. Dort besuchten sie unter Beaufsichtigung von Prof. Dr. Marc Boelhauve das Labor der Mikrobiologischen Abteilung (Fachbereich Agrarwirtschaft) und bearbeiteten in jeweils zwei Gruppen unterschiedliche Workshops.

Die erste Gruppe beschäftigte sich am Vormittag im Bereich Molekulargenetik mit der DNA-Extraktion. Hier durften die Schülerinnen und Schüler ihre eigene DNA extrahieren und fast alle damit verbundenen Schritte selbstständig durchführen. Diese Schritte wurden zuvor im Unterricht erarbeitet und am selben Tag in der Fachhochschule wiederholt. Während der gesamten Zeit wurden die Schülerinnen und Schüler von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen betreut, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Die zweite Gruppe hingegen beschäftigte sich am Vormittag mit der Mikrobiologie. Dabei wurde z.B. die Bakterienbelastung unter verschiedenen Bedingungen auf den Fingern getestet. Hierzu wurden die Fingerkuppen auf verschiedenste Nährböden gedrückt, welche jeweils unterschiedliche Bedingungen für die Bakterien bieten. Des Weiteren wurde die Keimbelastung unterschiedlicher Lebensmittel, z.B. von Mett, Hähnchenfleisch, „frischem, verzehrfertigem“ Salat und Obst, kurz vor dem bzw. am Ablaufdatum errechnet und verglichen. So wurde abgeschätzt, ob diese noch für den Verzehr geeignet sind. Zu guter Letzt wurde den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, „Abklatschproben“ alltäglicher Gegenständen, wie z.B. einem Lichtschalter, einem Handy, einer Tischplatte zu nehmen.

Nach der Mittagspause wechselten die Gruppen, sodass jede Schülerin und jeder Schüler beide Workshops besuchen konnte.


Am Freitag, den 9. Februar 2018 fand die Auswertung der Ergebnisse statt. Die Gruppe, die sich am Mittwochmorgen mit der Mikrobiologie beschäftigt hatte, wertete zunächst die Ergebnisse der Fingerproben aus. Festgestellt wurde, dass trotz Händewaschens mit antibakterieller Seife, Bakterienkolonien auf den Nährböden entstanden waren. Als Ursache wurde genannt, dass während des Händewaschens der Daumen nicht berücksichtigt wird und beim Kontakt des Zeige- und Mittelfingers mit dem Daumen die Bakterien auf die zu überprüfenden Finger übertragen wurde, sodass sich erneut Bakterien und Keime auf den gewaschenen Fingern befanden.

Des Weiteren war bemerkenswert, dass bei den Mundhygieneproben die verwendete Mundspülung nicht die zu erwartende Wirkung vorzeigen konnten: Die Bakterien und Keime in der Mundhöhle wurden trotz des Mundwassers nicht wesentlich reduziert. Schließlich sahen wir uns die Nährböden mit den Proben der gerade abgelaufenen Lebensmittelprodukte an: das rohe Hähnchenfleisch und die „verzehrfertigen“ Melonenstücke die Grenzwerte weit überschritten. Es waren viel mehr koloniebildende Bakterieneinheiten vorhanden als erlaubt…

Die zweite Gruppe, die sich mit der Molekulargenetik am Vormittag beschäftigte, führte die Agarosegelelektrophorese durch, um zu untersuchen, wer ein möglicher Täter eines „Party-Einbruchs“ gewesen sein könnte. Die Extraktion unserer eigenen DNA, die wir am ersten Labortag durchgeführt hatten, wurde mittels der PCR- Methode vervielfältigt. Nun wurden die DNA-Fragmente in ein Agarosegel gegeben, wo sie sich aufgrund einer angelegten Spannung der Größe nach im Gel anordneten. Das Ergebnis dieser Elektrophorese bewies, dass zwei unserer Mitschüler die Täter waren, da ihre DNA und die der beiden Täter übereinstimmten…

Die Schülerinnen und Schüler hatten an diesen beiden Labortagen eine Menge Spaß und waren stets konzentriert bei der Arbeit. Sie nahmen sie viele interessante und informative Aspekte mit nach Hause und die Erkenntnis, dass man sowohl alte Lippenpflegestifte als auch „Freshcut-Obst to go“ eher vermeiden sollte…

 

10. Februar 2018 - Biologie-Leistungskurs Q1 Rk (Marius, Alexander, Baran, Hanna)


18.02.18



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